Das Unsichtbare sehen – Wenn Oberflächlichkeit müde macht

Zitatkarte mit dem Spruch „Alle Geschöpfe haben etwas Sichtbares und Unsichtbares“ von Hildegard von Bingen vor einem farbenfrohen Glasfenster.

Wir leben heute in einer Welt, die sehr oberflächlich ist. Es zählt mehr, wie wir uns in Szene setzen, und nicht, wie wir wirklich sind. Erfolg, Klicks und materielle Dinge stehen oft im Vordergrund. Und wenn man genau hinschaut, merkt man schnell: Es ist bedeutsamer, welches Auto man fährt oder welches Telefon man gerade in der Hand hält, als die Person, die diese Dinge besitzt. Statussymbole scheinen uns heute notwendiger zu sein als Menschlichkeit, Achtsamkeit und Höflichkeit.

Ich erlebe das oft genug, wenn ich unterwegs bin. So oft laufen Menschen an mir vorbei, deren Blick starr auf das Smartphone gerichtet ist. Keiner blickt auf, keiner grüsst mehr. Es ist, als wäre ich unsichtbar geworden. In den sozialen Medien bin ich nach einem einzigen Klick wieder unsichtbar und nicht existent. Die Menschen urteilen so schnell, wenn du nicht ihrem eigenen Erscheinungsbild entsprichst. Die Vorurteile werden immer grösser und es hört kaum noch jemand dem anderen wirklich zu.

Hildegard kannte dieses Verhalten und hat sie als Laster beschrieben. Auch heute gibt es diese Laster noch und sie sind aktueller, als man denkt.

Was Hildegard dazu gesagt hätte

Hildegard hat diese Eigenschaften nicht als Fehler bezeichnet, sondern als Laster. Die Sorglosigkeit (negligentia) und die Possenreisserei (scurrilitas) hätte sie in unserer heutigen Gesellschaft sicher sofort wiedererkannt.

Der Preis, den viele Menschen heute dafür zahlen, ist hoch. Wir leben in einer künstlichen Welt, in der die Täuschung oft allgegenwärtig ist. Rudolf Steiner, der Hildegard von Bingen sehr schätzte, nannte dieses Phänomen einmal das luziferische Prinzip. Betäuben und Ablenken sind überall. Viele kennen weder ihren eigenen Körper noch seine eigentlichen Bedürfnisse. Daher verurteilen sie sehr schnell alles, was nicht in ihr eigenes Weltbild passt. Alles, was ausserhalb davon liegt, wird negiert.

Was Hildegard dazu gesagt hätte

Hildegard hat diese Eigenschaften nicht als Fehler bezeichnet, sondern als Laster. Die Sorglosigkeit (negligentia) und die Possenreisserei (scurrilitas) hätte sie in unserer heutigen Gesellschaft sicher sofort wiedererkannt.

Der Preis, den viele Menschen heute dafür zahlen, ist hoch. Wir leben in einer künstlichen Welt, in der die Täuschung oft allgegenwärtig ist. Rudolf Steiner, der Hildegard von Bingen sehr schätzte, nannte dieses Phänomen einmal das luziferische Prinzip. Betäuben und Ablenken sind überall. Viele kennen weder ihren eigenen Körper noch seine eigentlichen Bedürfnisse. Daher verurteilen sie sehr schnell alles, was nicht in ihr eigenes Weltbild passt. Alles, was ausserhalb davon liegt, wird negiert.

Was wäre, wenn wir tiefer blicken würden?

Was wäre, wenn wir den Mut hätten, einen tieferen Blick zu riskieren? Einen Blick, der nicht nur die Oberfläche sieht, sondern viel, viel mehr.

Was wäre, wenn wir dem Menschen wirklich zuhören, der uns vielleicht unbequem, fremd und anders erscheint? Was wäre, wenn wir all das, was wir bisher als Schwächen des anderen definiert haben, unter einem ganz anderen Licht betrachten würden? Ohne Vorurteil. Ohne ständiges Beurteilen.

Stell dir vor, wir würden einander zuhören. Nicht mit dem Verstand, der immer gleich urteilt, sondern mit der Seele. Was würde dann geschehen?

Dann würden wir entdecken, was diesen Menschen eigentlich ausmacht. Was ihn so besonders und einzigartig macht. Wir würden all die wunderbaren Eigenschaften entdecken, die jedem Menschen innewohnen. Wir würden staunen, welche Stärke in ihm wohnt und was er wirklich gut kann. Zudem wären wir überrascht, was alles in seinen Gedanken und in seiner Seele lebendig ist.

Das hat Hildegard mit ihrem berühmten Ausspruch wohl gemeint.

«Alle Geschöpfe haben etwas Sichtbares und Unsichtbares. Das Sichtbare ist schwach, aber das Unsichtbare stark und lebendig.»

Zurück zur eigenen Kraft und Heilung

Wenn wir tiefer blicken, würde unsere Gesellschaft wieder lebenswerter werden. Sie würde verständnisvoller werden. Zudem würden wir offen sein für das echte Wunder der Schöpfung, dessen Hüter wir ja eigentlich sind.

Wenn wir genau hinsehen, können wir nicht nur die Stärke der anderen erkennen. Wir können auch unsere eigene entdecken.

In der Kräuterstille lade ich dich dazu ein, diesen tieferen Blick zu üben. Weg von der Hektik, weg vom ständigen Urteil. Hin zu dem, was wirklich zählt: deinem Körper, deinen Bedürfnissen und deiner ganz individuellen Wahrheit.  

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