Dieses Zitat von Hildegard von Bingen ist selten aktueller gewesen als heute. Die Folgen unseres herzlosen und vorschnellen Handelns sind überall sichtbar: verschmutzte Meere und Strände. Immer kleiner werdende Wälder, Tiere und Pflanzen, die wir mit Respekt und Liebe behandeln sollten – sie alle leiden unter unserem egoistischen Tun.
Auch zwischen den Menschen hat sich etwas verändert. Wir reden kaum noch miteinander, sondern schicken uns Nachrichten übers Smartphone, obwohl wir uns gegenübersitzen. Wir tun alles für Klicks und glauben ständig, etwas Neues kaufen zu müssen, um glücklich zu sein.
Was würde Hildegard dazu sagen?
Ich glaube, wenn Hildegard unsere Welt heute sehen würde, wäre sie entsetzt darüber, wie weit wir uns von Gott und unserer Rolle als Hüter der Schöpfung entfernt haben. Ob sie in ihren Visionen bereits sah, wie die Welt einmal aussehen würde? Ich weiss es nicht. Doch hätte sie es gesehen, dann wohl voller Entsetzen – und sie wäre unendlich traurig darüber, was aus uns, den Hütern der Schöpfung, geworden ist.
Ihr Visionswerk kann uns dabei helfen, unseren Platz im grossen Netz der Schöpfung wieder einzunehmen und so zu handeln, dass es dem Wunder des Lebens wieder gutgeht.
Der Kompass liegt in deinem Herzen
Doch wo fangen wir an? Es brennt doch an allen Ecken und Enden.
Hildegard und ihre Schriften erinnern uns daran, dass wir einen Kompass geschenkt bekommen haben – vom Schöpfer selbst. Dieser Kompass liegt in unserem Herzen. Wenn wir beginnen, ihn wieder bewusst wahrzunehmen, unsere Entscheidungen achtsam zu treffen und danach zu handeln, finden wir zurück zu unserer eigentlichen Bestimmung.
Drei Fragen, die dein Herz dir beantwortet
Hildegard gibt uns mit ihrem Zitat eine klare Anleitung: Jedes Werk hat Konsequenzen für das grosse Netz der Schöpfung, und jede Handlung will wohlbedacht sein. Bevor du etwas tust, halte kurz inne und frage dich:
Welche positiven und negativen Folgen hat mein Tun für die Mitwelt?
Ist es das wirklich wert?
Brauche ich das wirklich, um glücklich zu sein?
Wenn wir unsere Entscheidungen hinterfragen und das Wunder der Schöpfung in unsere Überlegungen einbeziehen, können wir zum Leuchten bringen, was Gott uns in die Hände gelegt hat. Dann verwandelt sich unsere Welt wieder in einen Ort, der für alle ein Paradies ist – für die Pflanzen, die Tiere, die Elemente und auch für uns Menschen.
„Alles, was der Mensch tut, soll er zuvor im Herzen erwägen.“ Hildegard von Bingen